GeBe Netzwerk

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Fachwissen für die Beratung

Auch im Jahr 2025 setzt das GeBe Netzwerk Niedersachsen auf den fachlichen Austausch zu aktuellen und relevanten Themen im Bereich der gerontopsychiatrischen Beratung. Wir freuen uns, dass renommierte Expertinnen Ihnen fundierte Einblicke und praxisnahe Impulse zu Top-Themen geben werden, die Sie sich gewünscht haben.

📌 Termine, Themen & Referentinnen:

04.06.2025 Psychotherapie im Alter – Dr. Kristina Schütz
Dr. Kristina Schütz ist psychologische Psychotherapeutin, stellvertretende Landesvorsitzende der Deutschen Psychotherapeuten Vereinigung Niedersachsen und Vorstandsmitglied der Psychotherapeutenkammer Niedersachsen. Sie arbeitet in ihrer eigenen psychotherapeutischen Praxis in Lehre im Landkreis Helmstedt. In ihrem Vortrag wird sie auf die Chancen und Grenzen von Beratung, die Rolle der Angehörigen sowie die Zugangswege zur Psychotherapie für ältere Menschen sprechen.

12.11.2025 Resilienz für Beratende – Prisca Heim
Prisca Heim ist Diplom Psychologin, Systemische Beraterin (SG) und Business-Coachin. Sie unterstützt einerseits Unternehmen, Behörden und Bildungsträger im Bereich „Gesundes Arbeiten & Betriebliches Gesundheitsmanagement“, andererseits hilft sie Gründer:innen und Einzelunternehmer:innen ihre Selbstständigkeit gesund und erfolgreich zu führen.
Im Rahmen dieser Tätigkeit referiert sie immer wieder zum Thema Resilienz. In ihrem Vortrag wird sie über den Begriff Resilienz sowie die Notwendigkeit der Widerstandsfähigkeit sprechen und praktische Tipps zur Stärkung der persönlichen Resilienz geben.

Die Veranstaltungen finden jeweils von 11:00-12:30 Uhr statt. Sie bieten wertvolle fachliche Impulse, praxisnahe Anregungen und die Möglichkeit zum Austausch.

Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihr Wissen zu vertiefen und sich mit Fachkolleginnen und -kollegen zu vernetzen.

Seien Sie kostenfrei und ohne Anmeldung dabei!

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Vergangene Treffen:

Depression & Suizidalität im Alteram 26.02.2025
Svenja Evers referierte im Rahmen des GeBe Netzwerks Niedersachsen über Depression & Suizidalität im Alter. Ihr Vortrag beleuchtete die besonderen Herausforderungen in der Diagnose, die Abgrenzung zur Demenz, wirksame Behandlungsansätze sowie den Umgang mit erkrankten Personen im Beratungskontext.
Depression ist eine im Alter weit verbreitete Diagnose, bleibt jedoch oft unerkannt, da sie sich häufig in körperlichen Beschwerden äußert. Besonders alarmierend ist das erhöhte Suizidrisiko, insbesondere bei Männern ab 70 Jahren.
Der Vortrag betonte die Bedeutung einer frühzeitigen Erkennung von Depression und Suizidalität, den Einbezug von Angehörigen, gezielter psychotherapeutischer und medizinischer Unterstützung sowie psychosozialer Beratung. Zudem wurde die Notwendigkeit hervorgehoben, Suizidalität offen anzusprechen und Betroffene an geeignete Hilfsangebote weiterzuleiten.
Hier finden Sie die entsprechende Präsentation, die auch einige Hinweise zu Veranstaltungen und Übersichten der Gerontopsychiatrischen Kompetenzzentren und Landesfachstellen Demenz enthält.

Herausfordernde Situationen in der Beratungam 13.11.2024
Bevor Dr. Christine Kalweit (Dipl. Psychologin und psychologische Psychotherapeutin) mit ihrem spannenden Vortrag beginnen konnte, gab es einen kurzen Austausch zum Thema Selbstfürsorge. Die 26 Teilnehmer*innen berichteten von kleinen und großen Dingen, die sie im Alltag tun, um gut für sich zu sorgen. Neben einer gemütlichen Tasse Tee oder dem Kaffee am Morgen, berichteten einige von positiven Gedanken, die sie sich selbst mit auf den Weg geben und sozialen Interaktionen (wie z.B. ein Essen mit Freunden oder eine Chorprobe), die ihnen ein gutes Gefühl bereiten. Es bestand Einigkeit darüber, dass oft kleine, alltägliche Dinge wichtige Bestandteile der Selbstfürsorge sind.

Zu Beginn Ihres Vortrags fasste Frau Dr. Kalweit zunächst die Situation pflegender Angehöriger zusammen und zeigte dabei die vielfältigen Emotionen auf, die mit der Pflegesituation verbunden sind. Sie beschrieb außerdem den Teufelskreis, in dem sich pflegende Angehörige tagtäglich befinden. So führt die Erschöpfung der pflegenden Angehörigen zu impulsivem Verhalten, was wiederum Selbstvorwürfe bedingt, die zu Depressivität oder Ängsten und dadurch zu vermehrter Erschöpfung führen können.

Viele gerontopsychiatrisch Beratende erleben in ihrer alltäglichen Arbeit einen Widerstand gegenüber Änderungsvorschlägen, die sie Klient*innen unterbreiten. Frau Dr. Kalweit weist darauf hin, dass Beratende häufig zu schnell Lösungen vorschlagen. Sie empfiehlt, die Widerstände zunächst direkt anzusprechen und zu validieren, um eine Ambivalenz bei den Klient*innen zu erzeugen. Mithilfe dieser Ambivalenz entwickeln sich die Klient*innen aus der Problemorientierung heraus und können anschließend lösungsorientiert beraten werden.

Weitere hilfreiche Tipps zur Gesprächsführung und Interventionen finden Sie in der Präsentation, die Frau Dr. Kalweit zur Verfügung gestellt hat.

Der anschließende rege Austausch trug nicht nur zur Klärung einiger offenen Fragen bei, sondern wurde auch zur Besprechung einiger Fälle genutzt.


Eingliederungshilfe für Menschen mit Demenz“ und Austausch

Geht das überhaupt?

Die Leistungen der Eingliederungshilfe sind im SGB IX geregelt. Dieses sieht grundsätzlich keine Einschränkungen in Hinblick auf Altersgrenzen, Demenz oder Beteiligung der Pflegeversicherung vor. Solange die Leistungen der Pflege nicht im Vordergrund stehen und der Fokus auf der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft liegt, ist die Inanspruchnahme der Eingliederungshilfe möglich. Die Option wird aktuell jedoch nur sehr selten genutzt.

In Hinblick auf die Antragsstellung ist es sinnvoll, sich mit einer örtlichen Teilhabeberatungsstelle in Verbindung zu setzen. Hierfür sind z.B. die EUTB, der Integrationsfachdienst oder die Leistungserbringer ansprechbar. Eine ausführliche Auflistung aller EUTBs finden Sie hier.

In Ihrem Vortrag ermutigt Pia Friedrichs (TU Dortmund) dazu, Anlaufstellen zur Teilhabeberatung zu nutzen und Menschen mit Demenz sowie ihren An- und Zugehörigen dorthin zu verweisen.

Die entsprechende PowerPoint-Präsentation finden Sie hier.

Im Nachgang an den informativen Vortrag hatten die Teilnehmenden Zeit, ihre bisherigen Erfahrungen auszutauschen. Es bestand Einigkeit, dass es sinnvoll ist, die Eingliederungshilfe als Option in Beratungen zu bedenken. Auf diese Weise könnte die Eingliederungshilfe – ähnlich wie die häusliche psychiatrische Krankenpflege – zu einer Leistung werden, die selbstverständlich auch bei Menschen mit Demenz in Betracht gezogen wird.

Weitere Informationen für Beratende und Interessierte:

BTHG-Kompass mit Fragen und Antworten rund um die Eingliederungshilfe:

Broschüre des BMFSFJ zu Berufstätigkeit und Demenz mit Fallbeispielen und Informationen zu den Möglichkeiten des Bundesteilhabegesetzes:

https://www.bmfsfj.de/resource/blob/236350/8ffe05e36a8810d28f3a55b8d40f5410/demenz-und-berufstaetigkeit-data.pdf

Pflegegradrechner mit allen Modulen zur Pflegegradbeurteilung:

Außerdem wurde die Sitzung zur Findung zukünftiger Themen genutzt. Vor allem interessieren sich die Teilnehmer*innen für den Umgang mit schwierigen Situationen in der Beratung, Depression, den Umgang mit Belastung, Gesprächsführungstechniken sowie die Möglichkeiten der Psychotherapie im Alter.

Jüngere Menschen mit beginnender Demenz“ und Austausch

Was versteht man unter dem Begriff „Frühdemenz“?

Eine verbindliche Definition gibt es nicht. In der Regel werden darunter junge Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen verstanden, bei denen eine Demenzdiagnose vorliegt. Diese Menschen sind in den fünfziger oder sechziger Jahren, teilweise auch jünger.

Frau Reimann vom Caritasverband Hannover, Klöncafe´ Lindenbaum, stellte ihr Gruppenangebot für junge Menschen mit Demenz vor: An der Gruppe von Frau Reimann nehmen Personen im Alter von 50-70 Jahren teil, die alle noch relativ am Anfang ihrer Diagnose stehen. Anhand anschaulicher Beispiele, eines beeindruckenden Kurzfilms (hier) sowie eines berührendes Gedichtes (hier) erhält das Netzwerk von Frau Reimann einen fundierten Einblick, welche Themen in den Gruppentreffen im Vordergrund stehen.

HinweisDas Gedicht darf nicht ohne Rücksprache mit Frau Reimann weiterverwendet werden.

Weiterführende Informationen zum Gruppenangebot von Frau Reimann, sowie ihre Kontaktdaten, entnehmen Sie gern dem Flyer. Frau Reimann steht für nachgehende Fragen zum Thema zur Verfügung.

Im anschließenden Austausch im Plenum wurde deutlich, dass die Personengruppe zunehmend in der gerontopsychiatrischen Beratung „auftaucht“, aber noch zu wenig Wissen über Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten vorhanden ist. Oft gibt es vor Ort Unterstützungsangebote für dementiell erkrankte Menschen: Tagespflegen, Betreuungsgruppen, Alzheimer-Tanzcafés und mehr. Diese Angebote zielen jedoch fast ausschließlich auf Personen mit deutlich ausgeprägten Beeinträchtigungen und im höheren Lebensalter ab. Die meisten frühbetroffene Menschen finden diese Angebote in der Regel für ihre Interessen und Bedürfnisse nicht passend. In der Beratung ist es umso wichtiger, sich auf die spezifischen Anliegen von frühbetroffenen Personen einzustellen. Eine Übersicht über relevante Beratungsthemen bei früher Demenz finden Sie hier.

Weitere Informationen für Beratende:

Projekt JaDe: Unterstützung für jung an Demenz erkrankte Menschen und ihre Angehörigen der Alzheimer Gesellschafen NRW. Weiterführende Informationen zu den Angeboten sowie die Kontaktdaten finden Sie hier.

Ankerpunkt Junge Demenz – Leuchtturm: Online-Netzwerktreffen Norddeutschland:

Vom Ankerpunkt Junge Demenz der Alzheimer Gesellschaft Hamburg werden (Pflege-) Fachkräfte, SozialarbeiterInnen, Beratungsstellen und EinrichtungsleiterInnen angesprochen, die mit jungen Menschen mit einer Demenz <65 Jahren oder seltenen Demenzformen (FTD) arbeiten oder arbeiten wollen. Weiterführende Informationen zu den Angeboten sowie die Kontaktdaten finden Sie hier.