Was genau ist das Gerontopsychiatrische Symposium?
Die jährlich im Herbst stattfindende ganztägige Veranstaltung ist landesweit bekannt und „ein Jour fixe für alle, die sich in Niedersachsen für die Belange alter Menschen mit psychischen Erkrankungen einsetzen“, so bringt es Ansgar Piel (Arzt, Sozial- und Gesundheitsmanager) vom Psychiatriereferat des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung auf den Punkt. Das Symposium ist mit Vorträgen sowie Podiumsdiskussionen ausgestaltet, bietet fachlichen Austausch und zeigt neue Aspekte auf. Ein aktuelles Thema wird interdisziplinär betrachtet, Impressionen sowie Perspektiven in Praxis und Wissenschaft gegeben. Gern wird das Symposium genutzt, um Kontakte zu knüpfen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Das ambet Kompetenzzentrum Gerontopsychiatrische Beratung veranstaltet gemeinsam mit dem Caritas Forum Demenz Fachtagungen, Seminare und Informationsveranstaltungen, um die Kompetenzen und den Austausch innerhalb der niedersächsischen Versorgungslandschaft zu stärken sowie ein Thema inhaltlich voranzubringen.
Das Gerontopsychiatrische Symposium ist eine dieser Veranstaltungen.
18. Gerontopsychiatrisches Symposium am 16. September 2026

Helfen ist eine der anspruchsvollsten Formen menschlicher Verantwortung.
In der gerontopsychiatrischen Versorgung bedeutet es, Menschen in Phasen besonderer Verletzlichkeit zu begleiten,
Orientierung zu geben, Würde zu schützen und zugleich mit Strukturen zu arbeiten, die nicht selten selbst an Belastungsgrenzen geraten.
Wo Fürsorge dauerhaft gefordert ist, wird auch die mentale Gesundheit der Helfenden zu einer zentralen Voraussetzung guter Versorgung.
Das 18. Niedersächsische Gerontopsychiatrische Symposium widmet sich am Mittwoch, den 16. September 2026, in der Akademie des Sports in Hannover genau dieser Frage: Was geschieht, wenn professionelle Hilfe an ihre psychischen, moralischen und institutionellen Grenzen stößt?
Das Programm vereint unter dem Leitthema „Wenn Helfen an die Grenze geht: Mentale Gesundheit in der gerontopsychiatrischen Versorgung“ Perspektiven aus Wissenschaft, Pflege, Psychologie, Gesundheitsförderung und Versorgungspraxis. Die Themen reichen von Moral Distress und moralischen Verletzungen über psychosoziale Belastungen professionell Pflegender bis hin zu Resilienzförderung, Mental Health First Aid und innovativen Ansätzen der Unterstützung. Charakteristisch ist dabei die Verbindung unterschiedlicher Wissensbestände: empirische Forschung, professionelle Erfahrung und gesundheitspolitische Perspektiven treten miteinander in einen Dialog, der den komplexen Anforderungen gerontopsychiatrischer Versorgung angemessen ist.
Die Frage nach der mentalen Gesundheit von Helfenden berührt letztlich grundlegende Aspekte der Versorgungsqualität. Angesichts des demografischen Wandels, zunehmender Fachkräfteengpässe und wachsender psychosozialer Anforderungen gewinnt sie weiter an Bedeutung. Das Symposium wird deshalb mit einer Standpunkten auf dem Podium mit Akteurinnen und Akteuren aus Versorgung und Politik belebt. Die Zukunft gerontopsychiatrischer Versorgung wird nicht allein von medizinischen oder organisatorischen Innovationen abhängen, sondern ebenso von der Fähigkeit, jene Menschen zu stärken, die Verantwortung für andere übernehmen. Der fachliche Diskurs über diese Voraussetzungen ist deshalb keine ergänzende Perspektive, sondern Teil einer zentralen Debatte über die langfristige Leistungsfähigkeit und Humanität des Gesundheitswesens.
Die Beiträge des Symposiums im Überblick:

18. Niedersächsisches Gerontopsychiatrisches Symposium

