Neue Erkenntnisse zur Alzheimer-Therapie: Ein aktueller Forschungsbericht stellt die Wirksamkeit neuer Alzheimer-Medikamente infrage.

Seit Jahren wird intensiv an Medikamenten geforscht, die Eiweißablagerungen (sogenannte Amyloid-Plaques) im Gehirn von Alzheimer-Patienten reduzieren sollen. Zwei dieser Wirkstoffe, Donanemab und Lecanemab, sind seit 2025 in der EU für die frühe Alzheimer-Behandlung zugelassen. Doch ein aktueller, großer Forschungsüberblick (Cochrane-Review) zeigt: Der klinische Nutzen dieser Medikamente ist sehr begrenzt. Forschende haben 17 Studien mit über 20.000 Teilnehmenden ausgewertet. Das Ergebnis: Zwar können die Medikamente die Eiweißablagerungen verringern – doch eine spürbare Verbesserung der Gedächtnisleistung oder des Krankheitsverlaufs bleibt aus. Die Unterschiede zu Placebos (Scheinmedikamenten) waren so gering, dass sie für Betroffene im Alltag kaum einen Unterschied machen.

Was bedeutet das für die Zukunft? Die Forschenden raten dazu, die Alzheimer-Forschung stärker auf andere Ursachen und Behandlungsansätze zu konzentrieren. Die bisherige Strategie, allein die Eiweißablagerungen zu bekämpfen, scheint nicht auszureichen.

Die Ergebnisse sind wichtig, um Erwartungen an neue Therapien in realistischem Rahmen zu halten. Es bleibt zu hoffen, dass die Forschung bald wirksamere Ansätze findet. Bis dahin sind die Begleitung, Unterstützung und bewährte Maßnahmen im Leben von Menschen mit Demenz weiterhin die zentralen Punkte.

Eine Stellungnahme zur Studie finden Sie unter:

https://www.dzne.de/aktuelles/pressemitteilungen/presse/stellungnahme-des-dzne-zur-nutzenbewertung-des-g-ba-ueber-donanemab-und-zum-cochrane-review

Quelle: Cochrane Database of Systematic Reviews 2026