Neue Leitung ambet Gerontopsychiatrische Beratungsstelle und Kompetenzzentrum

Drei Fragen an…

Carolin Teller. Seit September 2019 Leiterin der Gerontopsychiatrischen Beratungsstelle und des Kompetenzzentrums gerontopsychiatrische Beratung im Verein ambet e.V.

Was ist das Beste an Ihrer Arbeitsstelle?

In der gerontopsychiatrischen Beratungsstelle kann ich täglich Nachhaltigkeit leben. Denn das heißt für mich Lebensqualität bis zum Tod. Das Tabu im Umgang mit psychischen Erkrankungen im Alter aufzubrechen, möchte ich weiter voran bringen. Ich finde es toll, dass in Niedersachsen nicht ein Hauptaugenmerk auf die Demenzen gelegt, sondern auch andere gerontopsychiatrische Erkrankungen mit gedacht werden. Vor allem die Depression im Alter ist ein wichtiges Thema, dem wir uns noch mehr stellen müssen.

Besonders gut finde ich, dass wir als Kompetenzzentrum des Landes Niedersachsen die Möglichkeit haben, unser Wissen weiter zu geben und in einzelnen Städten und Gemeinden zu unterstützen, um regionalen Bedarfen auf die Spur zu kommen und Versorgungslücken gemeinsam zu schließen.

Was begeistert Sie an dem Bereich Gerontopsychiatrie?

Ich bin der Meinung, dass eine der wichtigsten Aufgaben darin besteht, Herausforderungen des demografischen Wandels zu meistern.

Im Sinne von Betroffenen da zu sein, ist mir eine Herzensangelegenheit, die wir als Grundsatz der täglichen Arbeit legen. Im Alter psychisch kranke und an Demenz leidende Menschen mit ihren Angehörigen und Freunden erfahren bei uns Hilfe. Sie werden in ihrer Wut, Angst und Unsicherheit entlastet und sollen sich nicht alleine gelassen fühlen. Wir begleiten sie durch Gespräche und Angebote unterschiedlichster Art.

Ich durfte bereits während meiner Hospizarbeit im Psychologiestudium erfahren, wie wichtig und befreiend es für kranke und auch sterbende Menschen sowie ihr soziales Umfeld ist, ihre Ängste auszusprechen und auf ein Gegenüber zu treffen, das diesen Gefühlen nicht ausweicht und sie aushält. Diese Anlaufstelle zu sein und dabei auch Themen anzusprechen, die unbequem sind, begeistert mich an der täglichen Arbeit mit alten und hochbetagten Menschen und ihrem Umfeld gleichermaßen.

Weiter so oder Veränderung?

Da ich bereits seit vier Jahren festes Mitglied im Team bin und meine Vorgängerin mich sehr gut in die Prozesse einband, möchte ich vor allem die angestoßenen Projekte weiterführen.

Die seit über 32 Jahren bestehende Beratungsstelle und das inzwischen seit 15 Jahren vom Sozialministerium geförderte Kompetenzzentrum machen wichtige Arbeit, die es auch weiterhin zu verfolgen gilt.

Neue Schwerpunkte in der gerontopsychiatrischen Beratungsstelle sind für mich dabei vor allem die Verstärkung von Angeboten zur Prävention sowie die Arbeit mit Kindern- und Jugendlichen in Pflegeverantwortung.

Im Kompetenzzentrum wollen wir den bisher eingeschlagenen Weg, Städten und Gemeinden als neutrale Stelle zur Verfügung zu stehen, weiter forcieren. Es geht uns dabei vor allem darum, Prozesse passgenau anzustoßen und zu begleiten.

Das Kompetenzzentrum wird Landesfachstelle Niedersachsen. Dadurch erhalten unsere Themen das Augenmerk, welches ihnen schon lange zusteht. Ich freue mich darauf, mich für das Thema Demenz, aber auch Depression und andere gerontopsychiatrische Erkrankungen, auch über die Grenzen des Landes hinaus zu engagieren!